Hier entsteht die Seite
Entwicklungsphasen des Welpen

Auf dieser Seite möchte ich allen zukünftigen Welpenbesitzern die Entwicklungsphasen
des Welpen etwas näher bringen.
Ihnen so ermöglichen, die Entwicklung IHRES Welpen
in Schrift und Bild so hautnah wie möglich miterleben zu dürfen.
Auch liegt es mir sehr am Herzen aufzuzeigen wie wichtig es ist , einen Welpen
nicht aus Mitleid bei einem Händler zu kaufen und dadurch "Massenproduktion"
und das Leid der Hündinnen und Welpen unbewußt zu unterstützen.
Diese Seite soll Sie nicht nur die Entwicklung IHRES Welpen hautnah miterleben
lassen, sondern auch verdeutlichen, wie wichtig die "Arbeit " des gewissenhaften Züchters ist.
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Die pränatale (vorgeburtliche ) Phase

In dieser Phase werden die Welpen in der Gebärmutter über die Plazenta mit Nährstoffen
versorgt.
Die Welpen sind relativ gut vor Außenreizen geschützt, jedoch über den mütterlichen
Kreislauf kann es zu nachhaltiger Beeinflussung kommen, wie
zB. durch Giftstoffe, Hormone oder Medikamente.
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DIE NEUGEBORENENPHASE 1.& 2. Lebenswoche

Dobermann-Mütter sind sehr dankbar für die Gegenwart ihrer Bezugsperson beim Werfen.
Die Geburt ist für Mutter und Welpen eine kritische Situation.
Nach der Geburt werden Außenreize von den Welpen nur als Tast-oder
Geruchsempfindungen in sehr geringem Umfang wahrgenommen.
Instinktiv versuchen sie mit Kopfpendeln und Kreiskriechen an das Gesäuge der Mutter
zu gelangen.
Nach Althaus sind sie schon in den ersten Stunden in der Lage, den Individualgeruch
der Mutter zu erkennen.
Fremde Gerüche werden zum großen Teil abgelehnt. Die Welpen erweisen sich also
als fähig, auf Umweltreize zu reagieren.
In den ersten Tagen sind die Welpen nicht in der Lage, ihre Körpertemperatur
zu regulieren und reagieren auf Kälte sehr empfindlich.
Durch Belecken der Mutter werden Reflexe zum Harn - und Kotabsatz ausgelöst.
Bei einer künstlichen Aufzucht müssen diese Reflexe durch den Züchter ausgelöst werden.
Die Mutterhündin ist in den ersten Tagen unermüdlich damit beschäftigt, diese
"Pflegemaßnahmen "durchzuführen.

Sie wird kaum ihr "Nest" verlassen um ihren Welpen Schutz zu bieten.
Der erste Kontakt zur Mutter schafft prägende Geruchseindrücke, die sich auch auf die
Wurfgeschwister ausdehnen.
Der Kontakt zum Menschen ist in den ersten Tagen noch oft mit Abwehr verbunden.
Nach der 2. postnatalen Phase (nach dem 10./11. Lebenstag ), wenn sich die
"Riecheindrücke" verbessert haben, ändert sich das Verhalten .
Durch intensives Beriechen können bekannte und unbekannte Personen unterschieden
werden.
Um den 10./12. Tag öffnen sich die Augen.

Allerdings dauert es ein paar Tage bis schemenhafte Hell-/Dunkel-Unterschiede
wahrgenommen werden können.
Der anfangs stark ausgeprägte Hang zu Körperkontakt verliert sich langsam.
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DIE ÜBERGANGSPHASE 3.Lebenswoche

Die Welpen haben sich bereits so weiterentwickelt wie sie es brauchen, um ihre Umwelt
näher zu erforschen.
Ihre Muskeln sind besser entwickelt und sie können sich im Raum fortbewegen.
Sie können Erlebnisse haben, die sie prägen und mit ihren Wurfgeschwistern
in Kontakt treten.
Alle Wahrnehmungen verbessern sich zusehends.
Es kommt auch zu akustischen Wahrnehmungen.
Aus Krabbeln werden erste Stehversuche und unsichere Versuche zu laufen; bald versuchen sie zu rennen und zu galoppieren.
Jetzt ist es auch Zeit für die erste Wurmkur.
Fall es der Mutter an Milch mangelt, kann nun schon breiige Nahrung aufgenommen werden.

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PRÄGUNGSPHASE 4.-7. Lebenswoche

In der Prägungsphase setzen die Welpen Kot und Harn schon außerhalb ihres "Schlafplatzes" ab und es ist deshalb klug, sie nach dem Trinken oder Aufwachen aus der Wurfkiste zu nehmen, um die Sauberkeit zu bewahren und sie schon früh an Reinlichkeit zu gewöhnen, denn sie sind nun äußerst lernfähig.
Es kommt zu Rauferein und zur Fellpflege untereinander, wobei auch die Umgebung neugierig erkundet wird. Der Züchter wird ein besonderer Bezugspunkt, der den Kleinen helfen sollte, ihre Umwelt mit allen Sinnen zu erfassen, da die Mutterhündin eher auf Respekt und Rangordnung bedacht ist. Es gilt: Je mehr enge Kontakte der Welpe nun knüpft, umso offener ist er später gegenüber Menschen. Nun werden sie auch agiler, bleiben länger munter und können auch schon recht frech werden.
Wie der Name schon sagt, ergeben sich zahlreiche Prägungsmöglichkeiten und man sollte diesen Zeitraum nutzen, um die Welpen mit neuen Reizen zu konfrontieren, da sie weder Angst noch Scheu haben, auf neue Objekte zuzugehen. Wichtig ist es auch, diverse Lebensmittel bekannt zu machen, denn nach dieser Phase ist es meist schwer, Hunden neue Futtermittel anzubieten, die sie bis dato nicht kannten und folglich ablehnen. Am Ende der 5. Lebenswoche sind schon 94% der bis zur 10. Lebenswoche beobachtbaren Verhaltensweisen verfestigt- so Althaus.


SOZIALISIERUNGSPHASE 8.-12. Lebenswoche

Der Welpe ist noch sehr lernfreudig und aufgeschlossen gegenüber neuen Kontakten. Die Regeln für die Mensch-Hund-Beziehung, die dem Welpen nun beiläufig schon beigebracht werden, sollten von ihren nächsten Besitzern am besten gleich mit übernommen werden, um ein späteres Umlernen in der Erziehung des Hundes zu vermeiden.

Feste Grenzen in der neuen Beziehung verhelfen dem Hund zu Selbstsicherheit, was aber nicht nur Tadel in der Beziehung heißen soll, denn auch Lob und Zuneigung zeigen durchaus Wirkung und stärken die positive Beziehungsebene. Eine Kombination aus Spiel und Aufgabe, die zufriedenstellend bewerkstelligt wurde, sollte so z.B. ausgiebig belobigt werden. Befehle sollten dennoch durchgesetzt und korrekt ausgeführt werden, sodass der Hund merkt, dass er gehorchen muss, um Anerkennung und Lob zu bekommen.
Es ist erstaunlich, dass sich Hunde bei demjenigen am sichersten fühlen, der Regeln einhält und sie konsequent aufrechterhält. Wer nachsichtig handelt, Regeln mal beachtet und mal nicht, verwirrt seinen Hund und wird als Alpha-Tier irgendwann in Frage gestellt. Seien Sie konsequent und zeigen Sie Ihre Grenzen auf- Ihr Hund wird diese anfangs testen wollen.
Bitte begehen Sie nicht den Fehler und heben Sie Ihren Hund am Nackenfell hoch: Er ist zum Einen kein Kaninchen und wird sich zum Anderen für irgendetwas bestraft fühlen, da dieses, wie der Griff über die Schnauze, bei Hunden als Bestrafung gilt. Zärtlich praktiziert zählt der Griff über die Schnauze jedoch unter Hunden zu den Begrüßungsritualen. Die Sozialisierungsphase eignet sich bestens zum gezielten Lernen, denn mit acht Wochen haben die Welpen ein funktionierendes Erinnerungsvermögen. Sie erinnern sich demnach aber auch an negativ belastete Ereignisse, auf die sie übertrieben reagieren, weshalb Bestrafung eben nicht immer das beste Mittel zum Erfolg ist. Loben Sie Ihren Hund bei erwünschtem Verhalten, verdeutlichen Sie ihm bei Fehlverhalten lieber mit einem lauten "Pfui" oder "Aus" und direktem Einwirken, dass das Verhalten falsch war (die "moralische Peitsche"). Später genügt ein "Pfui".
Das neue Herrchen/Frauchen hat dafür Sorge zu tragen, dass ihr Hund mit anderen Menschen und Hunden interagieren kann, also Kontakte knüpft, neue Dinge und Gegenstände kennenlernt, den Straßenverkehr erkundet und seine Führmittel wie Leine, Halsband und/oder Geschirr annimmt. Der Lernprozess des Welpen beruht hauptsächlich auf visuellen Erfahrungen. Lassen Sie es jedoch ruhig angehen, wenn der Welpe zum ersten Mal mit Kindern und anderen Lebewesen wie Pferden o.ä. bekannt gemacht wird. Gehen Sie auf Nummer Sicher und verzichten Sie nicht auf die Leine. Und noch ein Tipp: Ziehen Sie den Welpen nicht hinter sich her, wenn sie Gassi gehen, sondern lassen Sie lieber die Leine los und gehen alleine weiter. Der Welpe hat zumeist so ein großes Kontaktbedürfnis, dass er Ihnen hinterherkommen wird.
Erkennen Sie Talente in Ihrem Hund, so wie begieriges Suchen oder Bringen? Fördern Sie diese zielgenau, sodass bei späterer Abrichtung nur kleine Korrekturen vorgenommen werden müssen. Jeder Welpe freut sich über Kampfspiele. Üben Sie dabei besonders Flucht, Angriff und Erobern von Beutestücken und lassen Sie Ihren jungen Hund zum moralischen Sieger werden und erhöhen Sie die Anforderungen dazu allmählich. Wenn auch bei anderen Aufgaben Grenzen gesetzt und eingehalten werden, so weniger im Kampfspiel.

RANGORDNUNGSPHASE 13.-16. Lebenswoche

Wie sicherlich bekannt ist, legen Hunde ihre Rangplätze über Kämpfe fest. Erwachsene Hunde und Menschen werden als ranghöher eingeordnet. Das ist die erste Jugendstufe, in der das Wesen des Junghundes noch formbar ist. Unerwünschte Verhaltensweisen lassen sich so bis zu einem gewissen Grad noch korrigieren. Innerhalb dieses Zeitraumes sollte die Rangordnung jedoch deutlich hervorgehen.
Wenn der Hund entsprechende Erfahrungen mit seinem Besitzer gemacht hat, wird er ihn im Allgemeinen als den Ranghöheren respektieren. Ausnahmen sind allerdings sehr selbstbewusste Hunde mit viel Kampftrieb, die auch in dieser Phase noch versuchen, ihre Rangposition aufzubessern, was sich in Futterrivalität, Knurren, Zähnefletschen oder gar echten Aggressionen äußert, beispielsweise wenn sich der Besitzer oder Angehörige dem Futter nähern oder ein Platz im Haus vom Hund in Anspruch genommen und unter Drohgebärden oder schlimmstenfalls Angriff verteidigt wird. Möglich ist auch Eifersuchtsverhalten gegenüber Familienangehörigen. Der Hund darf aber niemals siegen, da daraus unangenehme Folgen resultieren können.
Geben z.B. auch immer Sie den Weg auf der Straße vor, denn die Rangordnungsphase ist die letzte Ebene zur Klärung der Rangordnung und somit zum entspannten Zusammenleben von Hund und Mensch.
RUDELORDNUNGSPHASE 5.-6. Lebensmonat
Haben Sie in der Sozialisierungsphase die Weichen für das harmonische Zusammenleben gelegt, d.h. die Rangordnung geklärt, fällt es dem Hund leichter, Ihnen das Kommando völlig anzuvertrauen und Ihren Befehlen zu folgen- der Hund kann sich bei Ihnen sicher fühlen.
Decken sich allerdings Zweifel an Ihrer Führungssicherheit auf, etwa durch vorausgehende Inkonsequenz in der Erziehung, verunsichert das Ihren Hund. Vermeiden Sie deshalb eine Hü-Hott-Erziehung und entscheiden Sie sich bewusst für einen Weg.
PUBERTÄTSPHASE bis zum Eintritt der Geschlechtsreife
Die Pubertät ist mit Eintritt der Läufigkeit bei der Hündin - i. d. R. mit 7 bzw. 8 Monaten - und der ausschlaggebenden Dreibein-Stellung des Rüden beim Urinieren beendet. Falls es seitens des Rüden hier noch einmal vereinzelt zu Infragestellung der Rangordnung kommen sollte, verhilft nur Klarheit und Konsequenz Ihrerseits.
Erstmalig tritt der Bewachungs- und Schutztrieb ein, es kommt langsam zur Verteidigung des Reviers gegenüber Fremden. Sie haben noch die Chance und Möglichkeit, dieses Verhalten zu beeinflussen. Dosieren Sie Übungen so, dass Ihr Hund nicht von Reizen überflutet wird und Kampfspiele ohne schmerzhafte Erfahrungen von Statten gehen.